B/SUPPLIED
B-Supplied e.U. · ÖsterreichLaunch · Sommer 2026

Kreatin: Wirkung, Dosierung und Sicherheit — was die Studienlage wirklich sagt

Kaum ein Supplement ist so gut erforscht wie Kreatin-Monohydrat — und kaum eines wird von so vielen Mythen begleitet. Dieser Artikel fasst zusammen, was die Studienlage tatsächlich belegt: zur Wirkung auf Kraft und Leistung, zur richtigen Dosierung und zur Sicherheit.

Was ist Kreatin und wie wirkt es?

Kreatin ist eine körpereigene Substanz, die zu etwa 95 % in der Skelettmuskulatur gespeichert wird. Der Körper synthetisiert täglich rund 1–2 g aus den Aminosäuren Arginin, Glycin und Methionin; weitere Mengen nimmst du über Fleisch und Fisch auf. Im Muskel liegt Kreatin überwiegend als Phosphokreatin vor — und genau hier liegt der Wirkmechanismus.

Bei kurzen, intensiven Belastungen (Sprints, schwere Sätze, Sprünge) regeneriert Phosphokreatin den Energieträger ATP. Höhere Kreatinspeicher bedeuten: mehr Energie für die ersten Sekunden maximaler Leistung, mehr qualitativ hochwertige Wiederholungen pro Training — und dadurch langfristig mehr Kraft- und Muskelaufbau [1].

Was ist belegt? Die Studienlage

Die International Society of Sports Nutrition (ISSN) bezeichnet Kreatin-Monohydrat in ihrem Positionspapier als das wirksamste legale Supplement zur Steigerung von Leistung bei hochintensiver Belastung und fettfreier Masse [1]. Eine Meta-Analyse von über 100 Studien zeigt signifikante Verbesserungen bei Maximalkraft und Wiederholungsleistung gegenüber Placebo [2].

  • Kraft & Leistung: durchschnittlich ca. 5–10 % mehr Maximalkraft und Wiederholungsleistung in Kombination mit Krafttraining [1, 2]
  • Muskelaufbau: signifikant größerer Zuwachs an fettfreier Masse gegenüber Training ohne Supplementierung [1]
  • Kognition: erste Hinweise auf verbesserte Gedächtnisleistung, v. a. bei Schlafmangel, Stress und im Alter — die Evidenz ist hier noch jünger [3]
  • Alter: in Kombination mit Krafttraining positive Effekte auf Muskelmasse und Funktion bei älteren Erwachsenen [4]

Dosierung: 3–5 g täglich, keine Ladephase nötig

Klassische Protokolle starten mit einer „Ladephase“ von 20 g täglich über 5–7 Tage. Das funktioniert, ist aber unnötig: 3–5 g täglich sättigen die Muskelspeicher innerhalb von etwa 3–4 Wochen genauso zuverlässig — ohne die Magen-Darm-Beschwerden, die bei hohen Einzeldosen auftreten können [5].

ProtokollDosisSpeichersättigungBewertung
Ladephase4 × 5 g/Tag für 5–7 Tage, dann 3–5 gnach ca. 1 Wocheschneller, aber unnötig
Konstante Einnahme3–5 g täglichnach ca. 3–4 Wochenempfohlen — einfach & verträglich

Der Einnahmezeitpunkt ist zweitrangig: Entscheidend ist die tägliche Konsistenz, nicht das Timing rund ums Training. Kreatin ist kein Akut-Booster — es wirkt über die Sättigung der Speicher.

Sicherheit: Was sagen Langzeitdaten?

Kreatin-Monohydrat gehört zu den am besten untersuchten Supplementen überhaupt. Studien über bis zu fünf Jahre Einnahme zeigen bei gesunden Personen keine negativen Auswirkungen auf Nieren- oder Leberfunktion [1, 6]. Der häufig zitierte „Nierenmythos“ beruht auf einer Verwechslung: Kreatin erhöht das Abbauprodukt Kreatinin im Blut — ein Laborwert, der zur Abschätzung der Nierenfunktion dient, dessen Anstieg durch Supplementierung aber keine Nierenschädigung anzeigt [6].

  • Wassereinlagerung: Kreatin zieht Wasser in die Muskelzelle (intrazellulär) — das ist Teil des Wirkmechanismus, keine „aufgeschwemmte“ Optik [6]
  • Haarausfall: beruht auf einer einzelnen kleinen Studie zu DHT-Spiegeln; ein kausaler Zusammenhang mit Haarausfall wurde nie gezeigt [6]
  • Krämpfe & Dehydration: kontrollierte Studien zeigen eher weniger Krämpfe und Verletzungen unter Kreatin [1, 6]
Wichtig: Bei bestehenden Nierenerkrankungen sollte jede Supplementierung ärztlich abgeklärt werden. Dieser Artikel ersetzt keine medizinische Beratung.

Worauf du bei der Qualität achten solltest

Kreatin-Monohydrat ist chemisch immer dasselbe Molekül — der Unterschied liegt in der Reinheit. Bei der Synthese können Nebenprodukte wie Dicyandiamid (DCD) und Dihydrotriazin (DHT) entstehen. Pharmazeutische Qualität bedeutet: Reinheit ≥ 99,9 % und Nebenprodukte unterhalb der Nachweisgrenze. Genau deshalb setzen wir bei B/SUPPLIED auf Creapure® aus deutscher Herstellung — mit veröffentlichtem Analysezertifikat für jede Charge.

Teurere Kreatinformen (Ethyl-Ester, Kre-Alkalyn, „gepuffertes“ Kreatin) zeigen in direkten Vergleichsstudien keine Vorteile gegenüber Monohydrat — teilweise schneiden sie schlechter ab [1, 6]. Monohydrat bleibt der Goldstandard.

Häufige Fragen

Muss ich Kreatin zyklisch einnehmen (Pausen machen)?+
Nein. Es gibt keine Evidenz, dass Pausen nötig sind. Die körpereigene Synthese normalisiert sich nach dem Absetzen wieder.
Wirkt Kreatin bei jedem?+
Etwa 20–30 % der Menschen sprechen schwächer an („Non-Responder“) — meist, weil ihre Speicher ernährungsbedingt bereits gut gefüllt sind, z. B. bei hohem Fleischkonsum.
Kreatin und Koffein — verträgt sich das?+
Die Datenlage zu einer möglichen Wechselwirkung ist widersprüchlich und praktisch wenig relevant. Eine getrennte Einnahme über den Tag ist eine pragmatische Lösung.

Studien & Quellen

  1. Kreider RB, Kalman DS, Antonio J, et al. International Society of Sports Nutrition position stand: safety and efficacy of creatine supplementation in exercise, sport, and medicine. J Int Soc Sports Nutr. 2017;14:18.
  2. Branch JD. Effect of creatine supplementation on body composition and performance: a meta-analysis. Int J Sport Nutr Exerc Metab. 2003;13(2):198–226.
  3. Avgerinos KI, Spyrou N, Bougioukas KI, Kapogiannis D. Effects of creatine supplementation on cognitive function of healthy individuals: A systematic review. Exp Gerontol. 2018;108:166–173.
  4. Forbes SC, Candow DG, et al. Creatine supplementation and endurance performance: surges and sprints to win the race. J Int Soc Sports Nutr. 2023; sowie Candow DG et al. Creatine supplementation for older adults. Ageing Res Rev. 2014.
  5. Hultman E, Söderlund K, Timmons JA, Cederblad G, Greenhaff PL. Muscle creatine loading in men. J Appl Physiol. 1996;81(1):232–237.
  6. Antonio J, Candow DG, Forbes SC, et al. Common questions and misconceptions about creatine supplementation: what does the scientific evidence really show? J Int Soc Sports Nutr. 2021;18(1):13.

Dieser Artikel dient der Information und ersetzt keine medizinische Beratung. Nahrungsergänzungsmittel sind kein Ersatz für eine ausgewogene Ernährung.